HZJZ (kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit) und ZOV im Kampf gegen die Pandemie!

HZJZ (kroatisches Institut für öffentliche Gesundheit) und ZOV im Kampf gegen die Pandemie!

Auch in Zagreb beginnen Fäkalienuntersuchungen auf Sars-cov-2-viren

Veröffentlicht: 24.11.2020.

Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit (HZJZ) hat in Zusammenarbeit mit der Firma Zagrebačke otpadne vode d.o.o. (ZOV) das Projekt der Abwasserüberwachung als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie gestartet.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Büro der Weltgesundheitsorganisation in der Republik Kroatien durchgeführt und wird von der deutschen Bundesregierung finanziert.

Die abwasserbasierte Epidemiologie (engl. wastewater-based epidemiology, WBE) ist die Analyse von Abwasser, um das Vorhandensein biologischer oder chemischer Arbeitsstoffe zur Überwachung der öffentlichen Gesundheit festzustellen. Dieser Ansatz wurde bis jetzt verwendet, um das Vorhandensein von pharmazeutischen oder industriellen Abfällen, Arzneimitteln, Viren und das mögliche Auftreten von Antibiotika-resistenten Bakterien nachzuweisen. Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass der Nachweis von SARS-CoV-2-Coronavirus im Abwasser dazu beitragen kann, den Ausbruch der COVID-19-Epidemie zu überwachen. RNA-Abwassertests von SARS-CoV-2 werden bereits in mehreren Ländern auf der ganzen Welt durchgeführt, darunter in einigen EU-Mitgliedstaaten wie Italien, den Niederlanden, Ungarn, Spanien und Frankreich.

Das SARS-CoV-2-Virus, das COVID-19 verursacht, kann über den Kot von Menschen, die mit COVID-19 infiziert sind, aber auch über andere Körpersekrete, die in Abwasser oder in die Kanalisation gelangen, aus dem Körper ausgeschieden werden. Da SARS-CoV-2 mit dem Kot von Personen mit symptomatischer oder asymptomatischer Infektion ausgeschieden werden kann,  können durch die Abwasserüberwachung Daten zu beiden Infektionsarten sammelt werden.

Obwohl die auf Abwasser basierende Epidemiologie nicht bestimmen kann, welche Personen infiziert sind, hat sie gegenüber dem Patientenscreening mehrere Vorteile. So kann beispielsweise SARS-CoV-2-RNA mehrere Tage bis eine Woche vor Auftreten der Symptome im menschlichen Kot nachgewiesen werden. Bisher veröffentlichte wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Abwasserüberwachung den Ausbruch von COVID-19 bereits vor individuellen Patiententests und Krankenhauseinweisungen vorhersagen kann. Auf diese Weise können Abwassertests als Frühwarninstrument eingesetzt werden. Eine Abwasserprobe kann Daten zur durchschnittlichen Infektionsrate von Tausenden von Menschen geben. Daher können die erhaltenen kollektiven Daten besonders für Bereiche mit niedrigen klinischen Testraten für COVID-19 aussagekräftig sein. Anstatt Tausende von Patienten einzeln zu testen, ist das Sammeln und Testen einer kleinen Anzahl von Abwasserproben wesentlich kostengünstiger, um Daten über die gesamte Bevölkerung zu erhalten. Eine kontinuierliche Abwasserüberwachung kann verwendet werden, um Trends bei aktuellen Ausbrüchen zu identifizieren, neue Ausbrüche zu identifizieren und die Prävalenz von Infektionen zu verhindern.

Die im Rahmen des Projekts gesammelten Abwassertestdaten aus der zentralen Kläranlage der Stadt Zagreb sollen die bestehenden COVID-19-Überwachungssysteme ergänzen und Epidemiologen helfen, das Ausmaß der COVID-19-Infektion in der Stadt Zagreb und der Umgebung besser zu verstehen, die ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Republik Kroatien darstellen.

Das Projekt der Identifikation von SARS-CoV-2 im Abwasser der Stadt Zagreb konzentriert sich im ersten Schritt auf die Definition von Probeentnahmeprotokollen und auf die Entwicklung einer Methode zum Nachweis und zur Quantifizierung von SARS-CoV-2 im Abwasser.

Die endgültigen Ziele des Projekts sind:

- Einrichtung von Abwassertests als Frühwarninstrument und zusätzliches Instrument für die öffentliche Gesundheit zum Verständnis der Ausbreitung von COVID-19 in der Bevölkerung

- durch Überwachung von SARS-CoV-2 im Abwasser Daten über die durchschnittliche Infektionsrate in der Bevölkerung sammeln

- Die kontinuierliche Überwachung von SARS-CoV-2 im Abwasser durchführen, um Trends bei aktuellen Ausbrüchen zu ermitteln, neue Ausbrüche zu identifizieren und die Prävalenz von Infektionen zu ermitteln.

Der Beginn der Probeentnahme und die Festlegung der Methode zum Nachweis und zur Quantifizierung von SARS-CoV-2 im Abwasser sind für Ende November und Anfang Dezember geplant. Die erste groß angelegte Stichprobe ist für Mitte Dezember geplant. Die ersten Ergebnisse werden Ende Dezember bzw. Anfang Januar erwartet.

Von: Astrid Werbolle

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